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Das beinahe verschollene Volk der Neißeauen

Graf Welldone mit spektakulärem Fund vor 100 Jahren (20. Juni 1908)

In den Auen der Neiße lebten bis zum ausgehenden 11. Jahrhundert unserer Zeit Menschen, deren kulturelle Leistungen so erstaunlich sind, dass heute kaum zu verstehen ist, warum sie in keinem unserer Geschichtsbücher erwähnt werden. Bis zum heutigen Tag ist seine Existenz nur einem kleinen Kreis von Experten bekannt. Unglückliche Umstände und schicksalhafte historische Prozesse haben dieses Volk der Vergessenheit anheim fallen lassen. 

Der Mediävist Jurusch Gorlik und der Holzgestalter Jürgen Bergmann haben sich der Aufgabe verschrieben, diesem Unwissen entgegen zu treten. Die Ausstellung im Historum ist Ergebnis ihrer inzwischen jahrzehntelangen Ausgrabungen. Sie haben das Ziel, die erstaunliche Geschichte der Menschen von Turisede bekannt zu machen.  

Die Anlage der Kulturinsel, des Turius Winkel und das bald fertig wieder errichtete Hochzeitslabyrinth sind der Versuch, ein turisedisches Heiligtum mit all seinen Profanbauten, Kultstätten und Tiergehegen wieder auferstehen zu lassen. Neueste Erkenntnisse der Forschung fließen unmittelbar in die Gestaltung mit ein; bei der Planung beteiligen sich anerkannte Wissenschaftler. 

Die Geheime Welt von Turisede ist im besten Sinne ein Freiluftmuseum einer neuen Generation: Die Besucher sind Teil der Installation - sie erwecken dieses uralte Kulturzentrum zum Leben! 

Das Volk von Turisede

Turisede - eine fast verschollene Hochkultur!

Das Volk von Turisede wurde von kindlichen Königen regiert, feierte das Ende des Sommer mit zweieinhalbtägigen Festspielen und den Haushalt führten bei ihm stets die Männer.

Die Kulturinsel Einsiedel schlägt eine Brücke in die Ära der Turiseder, deren Kultur vor tausend Jahren auf geheimnisvolle Weise verschwand. Bauwerke, Spiele und Feste sind turisedisch geprägt und eröffnen uns Heutigen die staunenswerte Welt des alten Volkes. Im HISTORUM und im FESTSPIELHAUS (dem Ausstellungsort mit Informationen zu den wieder auferlebten zweieinhalbtägigen turisedischen Festspielen) ist der aktuelle Stand der Turisedeforschung höchst anschaulich dokumentiert.

 

Jedoch stellt der gesamte Abenteuerfreizeitpark ein riesiges Freilichtmuseum dar, welches die Bau- und Lebensweise des einst verschollenen Volkes von Turisede wieder entstehen lässt.

Hier findet ihr mehr Informtationen zu unserem Museumsbaumhaus - dem HISTORUM:

MEHR ZUM MUSEUMSBAUMHAUS...

Museumsbaumhaus im letzten, original erhaltenen Haus (1213)



Verrückte Bauwerke, Landschaftsformen, Skulpturen und Artefakte des Volkes sind in faszinierend authentischer Art und Weise auf dem Gebiet des Abenteuerfreizeitparks wieder erbaut worden. 
Wer möchte, kann hier zum Kind werden! 500 m unterirdische Geheimgänge verbinden die Attraktionen der „Museumsinsel“ zu einem Konglomerat aus unter-, eben- und überirdischer Kunst, Kultur & Natur.

Das Volk der Kulturinsel Einsiedel- Die Turiseder


In diesem kleinen Video erfahrt ihr mehr über die Spuren des einzigartigen Volkes der Turiseder:

Ronkads Reimeraub

Inselgeister

Die Inselgeister - Die früheren Bewohner von Turisede

Wer waren die eigentlichen Bewohner der Kulturinsel Einsiedel? Natürlich die Inselgeister - Babadoro, Judka, Modelpfutz und Bodelmutz, Jankobol, der gute König Bergamo und wie sie alle heißen. Bei genauerem Hinsehen weiß der Kenner auch, welche Kulturinsulaner aus der Menschenwelt sich dahinter verbergen. Aber zuviel darf nun auch wieder nicht verraten werden - die Inselgeister haben jedenfalls mit dem Kulturinsel-Comic "TURI SEDE" sowie den Schatzsucher-Spielen - den sogenannten "Legendenabenteuern" zu tun.

 

 

Trolle von Trondheim
Trolle Von Trondheim

Jedes Jahr im Septemper regnet es in Turisede drei Tage hintereinander. Dieses Ereignis erinnert die Inselgeister immer wieder aufs Neue an die Ankunft der Trolle von Trondheim. Die wurden nämlich von einem gewaltigen Herbststurm auf die Insel geweht. Thor Alfson  ist der Trollanführer. Er ist groß, kräftig, sehr haarig und nur der Kopf ist kahl. Thor ist zwar nicht sehr geschickt, jedoch gutmütig. Olve hingegen ist groß und hager. Er lebt die ganze Zeit unter freiem Himmel und ist ein begeisterter Tänzer. Die dritte im Bunde ist die Trollin Judka. Auch sie verfügt über eine Menge Haare, aber nur auf dem Kopf. Sie steckt voller Energie und hat einen Sinn für Gerechtigkeit, welcher seines gleichen sucht.

Fiona

 

 

 

 

Die Lichtelfe Fiona ist ein heiteres Wesen, das nur an das Gute glaubt. Als Einzige der Inselgeister fällt sie des Nachts in tiefen Schlaf. Erst die Strahlen der aufgehenden Sonne können sie daraus wieder erwecken. Und dann beginnt sie den neuen Tag mit einem Lächeln.

 

 

König Bergamo lebt in seinem Schloss in den Bäumen Turisedes. Er gibt nicht nur acht, dass alle Gesetze auf der Insel eingehalten werden, sondern er  sorgt auch für den unantastbaren Frieden in Turisede. Doch eigentlich spielt König Bergamo am allerliebsten auf seiner selbstgeschnitzten Flöte....

Bergamo
Babadoro
Babadoro

Babadoro ist die Heilerin und Kräuterhexe von Turisede. Sie beschäftigt sich mit den Kräften des Mondes und der Pflanzen. Und als Heilerin kann sie alle körperlichen Leiden heilen. Auch die meisten seelischen Unbequemlichkeiten kann sie aus der Welt schaffen. Und all diese positiven Kräfte sind wohl auch der Schlüssel zu Ihrer ewigen Jugend. Denn trotz ihrer frischen und jungen Ausstrahlung gehört sie zu den ältesten Bewohnern der Insel. 

 

 

Die beiden Waldgeister Bodelmutz und Modelpfutz sind freundlich und für jeden Spaß zu haben. In ihrem Übermut verstoßen sie ab und an gegen das zweite Gesetz: Nimm Rücksicht auf deinen Nachbarn! Doch gegen seinen Hang zu lauter Musik kann Modelpfutz nun mal nichts machen. Und Bodelmutz lebt frei nach dem Motto: Essen mußte!

Modelpfutz und Bodelmutz
Modelpfutz und Bodelmutz
Jankobol

 

 

Mit Jankobol entdeckten wir endlich den wahren Herrscher von Turisede. Er ist der jüngste aller Inselgeister, frech und aufgeweckt. Er ist ein Kind Turisedes. Und keines von Traurigkeit! Glaubt man Bodelmutz, hat Jankobol sogar mehr Unsinn im Kopf als Modelpfutz - und das soll was heißen. Zumindest kann Thor Alfson ein Lied davon singen, denn er ist bereits mehr als einmal mit einem Knoten im Bart aufgewacht. Und Judka ist im Übrigen der Meinung, dass der kleine Jankobol die Augen Babadoros hat und den Starrsinn Bergamos an den Tag legt...

Die Hymne der Turiseder

Sing mit! Die turisedische Hymne

Diese alte Hymne wurde vor tausend Jahren schon in den Auen der heutigen Kulturinsel gesungen - die Melodie wurde später jedoch leider zweckentfremdet. Wir führen sie zu ihrer Urform zurück!

 

 

Turisedische Hymne

Der Sakralbau der Turiseder - Das Krönum

Erst im Frühjahr 2010 stießen Historiker wohl eher zufällig auf die Fundamente eines alten Sakralbaues des turisedischen Volkes. Die damit begonnene Ausgrabung des einzigartigen Bauwerks, welches Krönums genannt wurde, stellte die Krönung des weitläufigen Freiluftmuseums auf der Kulturinsel dar und bietet mit seiner Fertigstellung ungeahnte Einblicke in die turisedische Kultur.
    
So ungewöhnlich wie die Architektur des Krönums ist, so verlief auch die Entdeckung der alten Fundamente.

Der Kulturinselhund "Uschi" hatte, bei dem Versuch einen Knochen auszugraben, einen alten Steinverband freigelegt und somit das Interesse der Forscher geweckt. Schon bald stand fest, dass es sich nur um die schon lange hier vermutete Krönungshalle handeln konnte.
    
Am 28. Juni 2010 waren die aufwendigen Rekonstruktionsarbeiten abgeschlossen und seit dem lebt ein turisedisches Großereignis endlich wieder auf...die Königskrönung während der Dinnerschau im Krönum!

(Eine umfangreiche Artefaktesammlung sowie alle bisherigen Forschungsergebnisse sind in dem einzigartigen, historischen Museums- Baumhaus, dem Historum, zusammen getragen.)

 

 

 
Krönungshalle Einsiedel

Fakten Fakten Fakten

199 Sitzplätze

auf 23 Ebenen

1 Bühne

2 Bars

43 Treppen

4 Leitern

11 Brücken

 

verbaut wurden:

ca. 70m3 Robinien

40m3 Fichten

25 m3 Bretter aus Eiche, Buche, Fichte

30 Tonnen einheimische Natursteine

10 Tonnen alte Abrissziegel

 

und

Beton Beton Beton!

Die Turisedischen Festspiele

Wiederbelebung einer uralten Tradition zum FOLKLORUM - Die Turisedischen Festspiele

 

Die Kulturinsel Einsiedel befindet sich auf mythischem Land. Bis vor tausend Jahren lebte hier das legendäre slawische Volk der Turiseder. Schon damals wurden zum Ende des Sommers in den Neißeauen die turisedischen Festspiele (heute Folklorum - turisedische Festspiele genannt) gefeiert.

Uralten, erst kürzlich entdeckten Aufzeichnungen zufolge wurden dabei politische und soziale Fragen spielerisch beantwortet.  Und das ist wörtlich zu nehmen!

Mittels der Spiele wurden Ämter besetzt, Rangordnungen geklärt und selbst Fremde konnten, wenn sie sich nur geschickt anstellten, durch den Sieg bei solchen Spielen die turisedischen Bürgerrechte erwerben.

 

 

Die turisedischen Bewährungsproben sind grandiose Disziplinen, die jeden Recken auf ganz eigene Art herausforderten. Wer mit seinem Team 5 der Wettkämpfe siegreich bestand, musste sich den nicht minder verrückten Weihritualen stellen.

 

Folgende Disziplinen konnten mittlerweile aus altem Schriftgut rekonstruiert und nachgebaut bzw. nachempfunden werden:

 

 

 

Riesenei Rollerei

Die RieseneiRollerei geht auf eine verheerende Überschwemmung der Neißeauen zurück. Die reißenden Wasser hatten die Scheunen zerstört und alle Vorräte mit sich gerissen. Eine Hungersnot drohte. Da fanden spielende Kinder im Neißeschlamm 3 gigantische Eier. Nur mit vereinten Kräften des Stammes konnten sie diese bergen. Zu welcher Spezies die Eier gehörten, bleibt unbekannt, denn bevor diese ausgebrütet werden konnten, wurden sie verspeist. In Gedenken an dieses Ereignis wurde die Riesenei Rollerei bei den Turisedischen Festspielen eingeführt.

 

 

 

Tripodisches Tauziehen

In abgewandelter Form wird das Tauziehen bis in unsere Zeit hinein betrieben. Das Tripodische Tauziehen fordert 3 Mannschaften gleichzeitig heraus. Sie ziehen an 3 Tauen, die in der Mitte mit einem Ring verbunden sind, der eine Kugel beherbergt, die die stärkste Mannschaft in das Tor  befördern mus.

Neiße Pyramidum

Die NeißePyramide ist seither ein großer FinalWettkampf, der die Freundschaft mit dem Nachbarvolk Turisede stets betonte und vertiefen sollte. 2 Mannschaften türmten eine Menschenpyramide in der Neiße auf. Während oft beim Training jeder streng ausschließlich mit seinem eigenen Volk probte, geschah es im richtigen Wettkampf nicht selten, dass sich am Ende doch die Völker mischten und ein Gewinner nie festzustellen war.

Einbootum

Krachend fuhren Einbäume in die schäumende Neiße, dann hieß es in vorgegebener Zeit so viele Fische wie möglich zu fangen. Klingt leicht, ist schwer und brachte nicht nur die weiblichen Zuschauer zum kreischen. Einbäume neigen nämlich zum Kentern.

Heutzutage sind die Fische aus Holz und zugleich rot oder blau gekennzeichnet. Nur der richtige Fisch gilt zur entsprechenden Mannschaft.

 

 

 

Popopulum

Dieses Turisedische Mannschaftsspiel kann als Vorläufer für weitverbreitete Spielvarianten wie Polo, Croquet und Cricket gesehen werden. 

Es treten 2 Mannschaften mit je 2 Einrädern an. Zu jedem Einrad gehören 4 Spieler. 3 Spieler bewegen das Einrad, auf dem der Schläger sitzt. Dieser muss einen hölzernen Ball mit seinem Robinienbesen am Ende unter den Hut bringen.

BaumringSki

(zum Folklorum - Turisedische Festspiele derzeit eingestellt)

2 Mannschaften treten auf je einem Paar Ski gegeneinander an. Allerdings sind die Ski ringförmig und jeweils um einen Baum gelegt. Sieger ist die Gruppe, die in vorgegebener Zeit mehr Runden schafft. 

 

Der Legende nach geht dieses Spiel auf den turisedischen Jäger Biathlus zurück, der sich im Winter verlaufen hatte. Um nicht einzuschlafen und so Opfer der Wölfe zu werden und andererseits nicht weiter vom Weg abzukommen, drehte er sich die ganze Nacht um einen Baum.

 

 

 

Das Dreibeinum

Über die Jahre und Jahrhunderte wurden die Wettkämpfer und ihre Taktiken für die Turisedischen Festspiele der Vorzeit immer ausgefeilter. So berichtet die Legende, dass beim Tripodischen Tauziehen im 52. Jahr der Wettkämpfe die Mannschaften derartige Kräfte entwickelten, dass sie das dreibeinige Wettkampfobjekt wechselseitig mehrere hundert Meter über das Spielfeld schleiften, während der entsetzte Spielleiter oben drauf sich mühte, das Gleichgewicht zu halten. Im Folgejahr wurde das Objekt im Erdboden verankert, während gleichzeitig die neue Disziplin des Dreibeinums ihren Stapellauf feierte...

 

 

 

Das Eierrutschum

(Zum Folklorum-Turisedische Festspiele derzeit eingestellt)

 

Im Jahre 712 nach Turius umlagerte eine mächtige Horde von Ovaren (ein osteuropäischer Kriegerinnenstamm, ähnlich den Amazonen) die offenen Grenzen Turisedes mit kriegerischen Gelüsten. Die weibliche Hälfte der paritätisch besetzten Parlamentärskommission, welche die Turiseder zwecks friedlicher Verhandlungen entsandte, wurde mit einer einfachen Botschaft zurückgeschickt: "Ergebt euch innerhalb von 24 Stunden oder diese Unterhändler werden entmannt, zuerst sie, dann der Rest eures Volkes." Während folgend die turisedischen Stammesräte fieberhaft das weitere Vorgehen berieten, benötigten die als Geiseln einbehaltenen turisedischen Männer nicht einmal zwei Stunden, um die Kriegerinnen mit Charme, Witz und Sanftmut um den Finger zu diplomatieren. Nach einem großen gemeinsamen Gelage zogen die einstigen Belagerer von dannen und gewitzte Turisedische Frauen entwickelten diesen Wettkampf zu Ehren jener, die auf Messers Schneide ihrem Schicksal geschickt von der Klinge gerutscht waren...

 

 

 

Limerickeracken

Poeten der Auen, vereinigt euch

            -im Reimen, ihr Schweine, nicht körperleuch!-

            nicht lang schnacken:

            auf zum Limeracken!

            (da gewinnt ihr fantastisches Zeuch)

                                   

Beim Lorbeerkaffeekränzchen der Turisedischen Meisterpoeten lacht nicht nur die Morgensonne!

Also, Stift gepackt und losgerackt – in diesem Jahr

suchen wir die besten Limericks zum Thema „starke Frauen”. 

Euch winken begeisterte Fans und schnieke Trophäen!

 

(eine Bronze-Weihenvorqualifikation für die TFS 2017 / ein DichterAbend für 3 Personen im Faulenzum mit 30 Turiden Getränkebonus / Veröffentlichung eines Limericks im kommenden Baumhausblatt)

 

 

Sekreturius

Ihr bewerbt euch auf unseren Orden:

„Wenn es heut nicht klappt, klappt es dann morgen?”

Ehrenturiseder

wird wahrlich nicht jeder

...dafür werd ich schon sorgen!

 

Sekreturius(at)kulturinsel.de

 

 

Der Neißehamster

Zwei Brüder, so erzählt die Legende, betrieben am Ufer der Neiße eine kleine Mühle, die Turisede und die Auen mit Brot versorgte. Oft schon war einer der beiden in das Mühlrad geklettert um mitzulaufen, denn sie waren gierig und wollten immer schneller mahlen, als der Fluss es erlaubte. Eines Tages genügte selbst das ihnen nicht mehr und, obwohl sie ein gutes Auskommen hatten, stieg der zweite Bruder ebenfalls in das alte Mühlrad, um mitzulaufen. Da geschah es: Unter dem Gewicht der Beiden brach das morsche Rad ab und trieb mit den erschrockenen Müllern den Fluss hinunter. Wie aus dem Nichts begann es in diesem Moment auch noch heftig zu regnen und der Strom schwoll, als würde Turius selbst über die Gier der Brüder zürnen. Die aber hatten ihren Fehler bereits erkannt und riefen: „Bald wird das Wasser uns weit hinfortreißen, das Mühlrad verloren sein und das Volk hungern müssen. Lass uns laufen, für Turisede!” So begannen sie ihren Wettlauf gegen das Wasser und die Zeit. Wie zwei Neißehamster liefen sie mit dem Mühlrad den ganzen Fluss hinauf zurück zur Mühle und der Regen prasselte von oben auf sie herab – doch sie lachten und buken fortan nur noch kleine (aber, so sagt man, um so schmackhaftere) Brötchen. Die Turiseder ließen sich die Chance nicht entgehen, einen neuen Wettkampf zu gestalten im Gedenken an die beiden tapferen Müller, die ihren Fehler heldenhaft ausbadeten.

 

 

 

Das Balanceum

Das Balanceum gehört auch zu den erst kürzlich wiederentdeckten Spielen der alten Turiseder. Wie auf der antiken Zeichnung zu sehen ist, wird der Spieler von seinen Mitstreitern über einen Parcours gezogen und darf dabei nicht vom Stamm fallen. In diesem Jahr spielen wir das Balanceum zum ersten Mal!

 

 

 

Das Torkelum

Was uns heutzutage profan als "Brüderschaft" trinken bekannt ist, geht auf ein hintersinniges Turisedisches Ritual zurück (das übrigens ganz besonders auch bei Frauen beliebt war). Um sich besondere Zuneigung und FReundschaft zuzusprechen, trank man einen erlesenen Tropfen des besonderen Lebenssaftes, wie heute noch geläufig, mit überkreuzten Armen. Um sich zu versichern, dass die Gefühlsbekundung nicht bloßem Rausch entsprang, überquerte man vorher gemeinsam sicheren Schrittes über zwei schwankende Stämme das schnelle Wasser (a/:kwa-vit) und trank erst nach bestandener Torkelprüfung. Als besonders intensiv wurde das Ritual bewertet, wenn es oft wiederholt wurde, bis man endlich gemeinsam in die Neiße fiel.

 

Aus dem Ritual des Torkelums entwickelte sich ein sportlicher Wettkampf, der uns auch ein besonderes Zeichen der Verbrüderung zwischen den heute an den Grenzfluss anwohnenden Völkern ist.

 

 

Die Blinde Troika

Als Ursprung dieses Wettkampfes wird die Legende um den Kurier des kindlichen Königs, Migoffa Elstro, vermutet. Dieser war zu Zeiten des zweiten Trullinischen Kriegs in geheimer Mission von den feindlichen Kriegern gefangen genommen worden. Als es ihnen nicht gelang, ihm sein Geheimnis zu entlocken, blendeten die Trulliner Elstros Pferd mit einem glühenden Schwert, banden ihn geknebelt auf dessen Rücken und jagten das vor Schmerz rasende Tier mit seinem wehrlosen Reiter hinaus in den Wald. Migoffa Elstro gelang es trotz Allem, sein blindes Pferd ohne auch nur ein einziges Wort unverletzt nach Turisede zu lenken und auch der zweite Trullinische Krieg wurde ohne eine einzige Kampfhandlung mit überragendem taktischen Geschick für Turisede gewonnen. Das Pferd erholte sich später von der Blendung, vertraute seinem Reiter aber auch weiterhin blind...

 

 

 

Das Rodeoleum

Die Turisedeforschung ist ein fruchtbares Fachgebiet und die Ergebnisse des akademischen Treibens fließen direkt in die Turisedischen Festspiele ein. Soch auch hier:

Erst im Juni dieses Jahres gelang es Jurusch Gorlik, dem wichtigsten Protagonisten seiner Wissenschaft, ein bisher unbekanntes Spiel dem Vergessensein zu entreißen.

 

Beim Rodeoleum versuchen vier Spieler ein an Seilen aufgehängtes (Holz*) Pferd derart in überraschende Bewegungen zu versetzten, dass der darauf sitzende Reiter möglichst schnell in den Sand purzelt. sieger ist hier, wer sich am längsten im Sattel halten kann. Einer von Gorliks Assistenten warf die Frage auf, ob die verschwundenen Turiseder vielleicht nach Amerika ausgewandert sind. Dies muss aber noch Gegenstand weiterer Forschungen sein.

 

(*vermutlich)

Rund um das Spektakel hieß es und heißt es heute wieder 2 1/2 Tage Anderssein - beim Folklorum - den turisedischen Festspielen - mit Schatzhändlern, Geschichtenerzählern, Gauklern und Musikern auf 17 verschiedenen Bühnen.

Die Chroniken Turisedes

Die Chroniken Turisedes

Akribische Recherchen legen immer wieder neue Details über die Historie Turisedes frei. Jedes Jahr werden neue Aufzeichnungen geborgen, die schnell Anlass werden, im nächsten KRÖNUM - Theater zum Essen Inhalt einer verrückten Zeitreise 1000 Jahre zurück nach Turisede zu werden.

Die Legende von der Angst vor fremden Frauen

Im Jahr 912 wogte eine Horde aus entschlossenen Töchtern fremder Sippen herbei. Sie hatten vernommen, dass es sich in den Auen der Neiße im Reich von Turisede frei und unbeschwert leben ließe und gedachten, sich um jeden Preis Zutritt in das Reich zu verschaffen.

Der kindliche König war ratlos, der Ober-Alchimist hingegen ungehalten über das nahende Ungemach. Die Turiseder, verunsichert und in Sorge, dass das Geschlechter-Gleichgewicht kippen könnte, geschweige denn die Turisedischen Traditionen und Werte missachtet würden, riefen den Rat der Sippen ein, um abzustimmen, ob man diesen Unbekannten Zutritt gewähren wolle. 

Der Spruch des daraufhin befragten Turisedischen Orakels wurde von machthungrigen Gestalten so gedeutet, dass ein Stadthalter für die Sicherheit Turisedes gewählt werden müsse. Man vermutet heute, dass Wahlbetrug im Spiel war, als der Ober-Alchimist diese Ernennung für sich entschied.

Turiseder, eilt herbei, hört meine Nachricht –
denn Neues weiß ich zu berichten!
Schnell nähert sich das Weibsvolk vieler Sippen,
doch schneller noch eilt das Gerücht: 
Es redet vom Begehr der fremden Frauen:
Angeblich wollen sie die Männer aus den Küchen jagen,
vom Herd vertreiben und – oh Graus! – am Ende selber kochen!
Und manche soll'n – ist das zu glauben? – sogar die Hütten fegen woll'n!
Das darf nicht sein, denn wenn erst Weiber Männerarbeit machen,
dann ist der Untergang der Welt nicht weit!

Die Mobilmachung der Turisedischen Sippen erfolgte aufgrund heftiger Reden gegen das Nahende. Der Erste Narr des Kindlichen Königs von dieser Hetzjagd abgestoßen, fasste einen Plan. 

Das Orakel, welches seine List kannte und die Lehren dieses schlauen Kopfes gut hieß, öffnete für des Narren Streich und so auch für das Frauenvolk die Tore Turisedes. - Eine Herde meckernder Zicken raste durch die Reihen der Turiseder, die gewappnet hinter den Toren stand. 

 

Die Invasion der Frauen - ein Gerücht, um eine Machtverschiebung herbeizuführen - wurde vom Narren rechtzeitig offenbart. Übrig blieb nur das amüsierte Lachen des Kindlichen Königs und bald darauf auch des Volkes von Turisdede.

Die Geschichte vom Bockskampf im EheRing.

913 ist das Jahr, in welchem Jabumin endlich seine Tochter Fiona einem geeigneten Ehemann zuführen will. Die Legenden behaupten, dass Fiona eine widerspenstige Schöne sich Vermählungen immer schnell widersetzte.

 

Also ruft Jabumin die Turisedischen Sippen zusammen, um aus deren Mitte Jünglinge aller Beschaffenheit und Ehrhaftigkeit seiner Tochter vorzuführen.







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